Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten Gedenkstätte und Museum Sachsenhausen

Die Zentrale des KZ-Terrors. Die Inspektion der Konzentrationslager 1934 bis 1945

Eingangsbereich der Ausstellung im Erdgeschoss, 2014 (Foto: Friedhelm Hoffmann)

Eine Ausstellung am historischen Ort

Im Frühjahr 1934 unterstellten die Nationalsozialisten alle Konzentrationslager einer neu geschaffenen Dienststelle der SS: der „Inspektion der Konzentrationslager“ (IKL). Im Auftrag des Reichsführers SS Heinrich Himmler verwaltete die IKL 32 Hauptlager mit über 1.000 Nebenlagern. Von 1938 bis Kriegsende residierte die IKL in einem von Häftlingen erbauten repräsentativen Gebäude am Rande des KZ Sachsenhausen in Oranienburg. Es ist heute das bedeutendste original erhaltene Bauzeugnis der Schreibtischtäter des NS-Terrors. Etwa 100 SS-Männer entschieden hier über Ernährung, Bekleidung und Unterbringung der KZ-Häftlinge, über Transporte in andere Lager und Todesmärsche, über Strafen und Hinrichtungen, Zwangsarbeit, medizinische Experimente und Massenmorde.

Die 2013 eröffnete Dauerausstellung im ehemaligen Gebäude der IKL informiert über die Geschichte der SS-Behörde. Sie veranschaulicht nicht nur die Befehlsketten der Täter, sondern vor allem auch, welche konkreten Folgen diese für die Häftlinge aus ganz Europa in den Konzentrationslager hatten. Dabei wird deutlich, dass die zentrale Steuerungsfunktion der IKL wesentlich stärker war, als in der Forschung bisher vielfach angenommen wurde.

Auf rund 200 m² werden zahlreiche Fotos, Dokumente, Zeichnungen und Filme sowie dreidimensionale Objekte präsentiert, wie zum Beispiel eine von Häftlingen gefertigte Brotwaage aus dem KZ Buchenwald, einen Granitstein aus dem berüchtigten Steinbruch des KZ Mauthausen sowie eine originale Zyklon-Blechdose der Firma Tesch & Stabenow. Im Zentrum stehen die Verbrechenskomplexe, an denen die Schreibtischtäter der IKL maßgeblich beteiligt waren: die mörderischen Lebensbedingungen in den Konzentrationslagern, medizinische Verbrechen, die Ermordung von mindestens 30.000 sowjetischen Kriegsgefangenen, der „Arbeitseinsatz“ der Häftlinge, der Völkermord an den europäischen Juden und den Roma und Sinti sowie die Todesmärsche.

Zahlreiche Interaktive Medienstationen bieten unter anderem vertiefende Information über die zum KZ-Kosmos gehörenden 32 Hauptlager sowie Biografien der Schreibtischtäter der IKL, von denen nur zwei nach 1945 wegen ihrer Arbeit in der IKL bestraft wurden. Ein neuartiges virtuelles Aktenregal, das vor allem auch in der pädagogischen Arbeit mit Gruppen eingesetzt werden kann, bietet die Möglichkeit, Einblicke in den bürokratischen Apparat der IKL zu gewinnen.

 

Öffnungszeiten

Montag bis Freitag: 8.00 bis 18.00 Uhr

Samstag/Sonntag: 12.00 bis 16.00 Uhr

Katalog zur Ausstellung

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