Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten Gedenkstätte und Museum Sachsenhausen

Hinweise zur Vor- und Nachbereitung eines Gedenkstättenbesuchs

 

Vorbereitung des Gedenkstättenbesuches

Eine nachhaltige Auseinandersetzung mit dem herausfordernden und vielschichtigen Ort Gedenkstätte ist nur möglich, wenn Jugendliche bereits inhaltliche Grundkenntnisse zur Geschichte des Nationalsozialismus und seiner Ausgrenzungs- und Vernichtungspolitik mitbringen und der Besuch auf freiwilliger Basis stattfindet. Jugendliche sollten in die Entscheidung für den gemeinsamen Besuch eingebunden werden. Vorhandenes Wissen hilft, neue Informationen und emotionale Eindrücke einzuordnen und eigene Fragen an die Geschichte zu entwickeln.

Wir empfehlen, die Gedenkstätte frühestens nach dem Unterrichtseinstieg in den Themenbereich Nationalsozialismus in der 9. oder 10. Klasse oder zur Vertiefung in der Sekundarstufe II zu besuchen.

Für eine thematische Annäherung an die Geschichte des Konzentrationslagers Sachsenhausen eignet sich z.B. die CD-ROM „Gegen das Vergessen – Häftlingsalltag im KZ Sachsenhausen 1936–1945“, die Sie hier bestellen können. Sie vermittelt einen Überblick über wesentliche Aspekte der Lagergeschichte und macht zahlreiche Zeugnisse, Interviews und Biografien ehemaliger Häftlinge zugänglich. Eine Liste mit Publikationen zur Geschichte des Konzentrationslagers sowie des sowjetischen Speziallagers und Erinnerungsberichten von Überlebenden finden Sie hier.

An Gedenkstättenbesuche richten sich viele Erwartungen, die nicht immer erfüllt werden. Ein Gespräch im Unterricht über den heutigen Charakter und die Aufgaben der Gedenkstätte kann dazu beitragen, die Spuren des historischen Konzentrationslagers und zeitliche Überformungen durch die spätere Nutzung des Ortes auseinanderzuhalten. Die Gedenkstätte ist ein Gedenkort und Friedhof. Sie ist aber auch ein Lernort. Daher sollen auch keine übertriebenen Erwartungen hinsichtlich ihrer Emotionen oder ihres Verhaltens gestellt werden. Wir empfehlen, im Unterricht die Schüler gemeinsam darüber nachdenken zu lassen, welches Verhalten ihnen selbst am historischen Ort angemessen erscheint.

 

Nachbereitung des Gedenkstättenbesuches

Nach dem Gedenkstättenbesuch hilft ein gemeinsames Gespräch in der Gruppe, die persönlichen Eindrücke zu verarbeiten und einzuordnen. Während des Besuchs entstandene Fotos oder Arbeitsergebnisse können einen Gesprächseinstieg bieten. Wenn Gedanken und Empfindungen ohne Leistungsdruck oder Bewertung geäußert werden können, entsteht Raum für weiterführende Fragen, denen im Unterricht nachgegangen werden kann.

Zur Reflexion des Besuchs eignen sich auch Tagebuchtexte, Berichte für die Schülerzeitung oder die Homepage der Schule oder Wandzeitungen. Um die Thematik zu vertiefen und an die eigene Umgebung anzuknüpfen, sind Recherchen zur nationalsozialistischen Geschichte des Wohnorts oder der Schule denkbar. Vielleicht gab es in der Nähe ein KZ-Außenlager oder NS-Zwangsarbeiterlager.