Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten Gedenkstätte und Museum Sachsenhausen

Vor- und Nachbereitung des Gedenkstättenbesuchs

 

Vor dem Besuch

Eine nachhaltige Auseinandersetzung mit der herausfordernden und vielschichtigen Gedenkstätte ist nur möglich, wenn Jugendliche erste Grundkenntnisse zur Geschichte des Nationalsozialismus und seiner Ausgrenzungs- und Vernichtungspolitik mitbringen. Vorhandenes Wissen hilft, neue Informationen und emotionale Eindrücke einzuordnen und eigene Fragen an die Geschichte zu entwickeln.

Der Besuch sollte auf freiwilliger Basis stattfinden. Beziehen Sie die Jugendlichen daher in die Entscheidung für den Besuch ein.

Wir empfehlen, die Gedenkstätte frühestens nach dem Unterrichtseinstieg in den Themenbereich Nationalsozialismus in der 9. oder 10. Klasse oder zur Vertiefung in der Sekundarstufe II zu besuchen.

Für eine thematische Annäherung eignen sich zahlreiche Publikationen zur Geschichte des Konzentrationslagers und des sowjetischen Speziallagers, sowie Erinnerungsberichte von Überlebenden. Eine Liste mit ausgewählten Publikationen finden Sie hier.

An Gedenkstättenbesuche richten sich meist viele Erwartungen. Ein vorbereitendes Gespräch im Unterricht über den Charakter und die Aufgaben einer Gedenkstätte kann während des Besuchs dazu beitragen, die historischen Relikte aus der Zeit des Konzentrationslagers von der Überformung als Gedenkstätte und Museum zu unterscheiden.

Die Gedenkstätte ist ein Ort des Gedenkens und ein Friedhof, zugleich aber auch ein Lernort. Erwartungen an die Emotionalität von Jugendlichen sollten daher nicht eingefordert werden. Wir empfehlen, die Schülerinnen und Schüler vorab im Unterricht gemeinsam darüber nachdenken zu lassen, welches Verhalten ihnen selbst als angemessen erscheint.

 

Nach dem Besuch

Nach dem Gedenkstättenbesuch kann ein Gespräch in der Gruppe helfen, persönliche Eindrücke zu verarbeiten und einzuordnen. Während des Besuchs entstandene Fotos oder Arbeitsergebnisse können einen Gesprächseinstieg bieten. Wenn Gedanken und Empfindungen ohne Leistungsdruck oder Bewertung geäußert werden können, entsteht Raum für weiterführende Fragen, denen im Unterricht nachgegangen werden kann.

Zur Reflexion des Besuchs eignen sich Tagebuchtexte, Berichte für die Schüler*innen-Zeitung oder die Homepage der Schule oder Wandzeitungen. Um die Thematik zu vertiefen und an die eigene Umgebung anzuknüpfen, sind Recherchen zur nationalsozialistischen Geschichte des Wohnorts oder der Schule denkbar. Vielleicht gab es in der Nähe ein KZ-Außenlager oder ein Lager für Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter?