Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten Gedenkstätte und Museum Sachsenhausen

Archiv

Geschichte und Aufgaben

In der 1961 gegründeten Nationalen Mahn- und Gedenkstätte Sachsenhausen entstand erst 1972 ein Archiv, das aber nicht allgemein zugänglich war. Nach der Gründung der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten im Jahr 1993 wurden - entsprechend der Selbstdefinition der Gedenkstätte und Museum Sachsenhausen als „offener Lernort“ - Archiv und Bibliothek für die wissenschaftliche Forschung und die Besucher der Gedenkstätte geöffnet. Anfang 2000 folgte die Anerkennung als öffentliches Archiv nach § 2 Abs. 8 des Brandenburgischen Archivgesetzes.

Bestände

Das Archiv der Gedenkstätte und des Museums Sachsenhausen umfasst umfangreiche Sammlungen zu allen Phasen des historischen Ortes. Darunter befinden sich die wenigen erhaltenen Verwaltungsakten der KZ-Kommandantur (z.B. die täglichen "Veränderungsmeldungen"), die aus zahlreichen, vor allem russischen Archiven als Kopien beschafft wurden. Rund x unpublizierte Erinnerungsberichte ehemaliger KZ-Häftlinge in diversen Sprachen und zahlreiche Nachlässe von Überlebenden machen die Besonderheit des Gedenkstättenarchivs aus. Hinzu kommt ein umfangreicher Bestand von Ermittlung- und Prozessakten aus Verfahren gegen Täter des KZ Sachsenhausen, der in den vergangenen Jahren in Form von Kopien in das Archiv der Gedenkstätte gelangte.

Zur Geschichte des Speziallagers geben die Akten der sowjetischen Lagerverwaltung Auskunft, deren Originale sich im Russischen Staatsarchiv befinden. Erinnerungsberichte und Nachläse informieren über einzelne Inhaftierte des Speziallagers.

Die umfangreichen Sammlungen der Organisationen der Überlebenden des KZ Sachsenhausen in der DDR und in der Bundesrepublik bilden eine einzigartigen Quellenbestand zur Nachgeschichte des KZ Sachsenhausen.

Im Einzelnen umfasst das Archiv folgende Bestände:

  • Sammlungen zur Geschichte der nationalsozialistischen KZ Oranienburg (1933-1934) und Sachsenhausen (1936-1945)       
  • Sammlungen zur Geschichte des sowjetischen Speziallagers Nr. 7/Nr. 1 (1945-1950)        
  • Sammlung von Kopien der nur bruchstückhaft erhaltenen Akten der Kommandantur des KZ Sachsenhausen aus in- und ausländischen Archiven        
  • Sachsenhausen-Sammlungen der „Lagerarbeitsgemeinschaft Sachsenhausen“ und des „Komitees der Antifaschistischen Widerstandskämpfer der DDR“        
  • Nachlässe natürlicher Personen, deren Biografie mit der Geschichte von Sachsenhausen verbunden ist 
  • Akten aus Ermittlungsverfahren und Prozessen gegen Täter des KZ Sachsenhausen        
  • Verwaltungsakten der Gedenkstätte

Alle Bestände sind bzw. werden durch Findhilfsmittel in Form von elektronischen Findbüchern (EFB), Findbüchern (FB) und Findkarteien (FK) oder einem Online-Findbuch erschlossen. Zur Zeit umfassen die Bestände - ohne die noch zu übernehmenden Verwaltungsakten der Gedenkstätte und des Museums Sachsenhausen (GMS) und der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten (SBG) -  ca. 430 lfm. Akteneinheiten (AE).

Benutzung

Anträge auf Nutzung sind schriftlich unter Angabe von Thema, Zweck und ggf. Auftraggeber zu stellen. Nach schriftlicher Benutzungsgenehmigung durch den wissenschaftlichen Leiter des Archivs kann mit der Archivarin ein Nutzungstermin vereinbart werden.

Auf Basis der Entgeltordnung der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten werden für umfangreichere schriftliche Auskünfte sowie für die Ermittlung und Bereitstellung von Archivalien und Literatur Entgelte erhoben, sofern nicht die Entgeltfreiheit der Benutzung festgestellt wurde.

Wegen begrenzter personeller Kapazitäten können pro Benutzung bzw. schriftlicher Anfrage im Kalenderjahr höchstens sieben personen- und drei sachbezogene Recherchen entgeltfrei durchgeführt werden. Aus Gründen des Personenschutzes und vertraglicher Verpflichtungen ist die Anfertigung von Kopien aus einigen Beständen nicht und aus anderen Beständen nur in Ausnahmefällen möglich. Pro Benutzung und Kalenderjahr können maximal 200 Kopien bestellt werden.