Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten Gedenkstätte und Museum Sachsenhausen

Sonderausstellungen

Die Ausstellung erzählt die Geschichte von Haft und Exil der Novemberpogrom-Gefangenen im KZ Sachsenhausen anhand von zwölf individuellen Schicksalen. Bei den in der Ausstellung präsentierten Interviews mit Kindern und Enkeln der Verfolgten sowie familien-biografischen Fotos und Dokumenten handelt es sich um neues, in Deutschland erstmals gezeigtes Material, das in den USA, Großbritannien und Israel recherchiert werden konnte.

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Leonore Bellotti fertigte das Stoffherz 1947 im Speziallager in Sachsenhausen als Nikolausgeschenk für ihre Mutter.
Leonore Bellotti bei der Übergabe ihrer Erinnerungsstücke an die Gedenkstätte im August 2016

19. Werkstattausstellung: Sowjetisches Speziallager Nr. 7 / Nr. 1 in Sachsenhausen. Haftalltag und Erinnerung

Die Werkstattausstellung „Sowjetisches Speziallager Nr. 7 / Nr. 1 in Sachsenhausen. Haftalltag und Erinnerung“ präsentiert Sammlungsobjekte aus Nachlässen ehemaliger Speziallagerhäftlinge, die in den letzten Jahren an die Gedenkstätte Sachsenhausen übergeben wurden. Gezeigt werden u.a. zahlreiche Erinnerungsstücke aus dem Lager Leonore Bellotti, die sie der Gedenkstätte 2016 übergeben. Sie war von 1947 bis 1950 zusammen mit ihrer Mutter und ihrem späteren Ehemann im sowjetischen Speziallager in Sachsenhausen inhaftiert.

Neben der Geschichte von Leonore Bellotti werden 15 weitere Biografien im Kontext von insgesamt 30 Objekten dargestellt. Gezeigt werden zum Beispiel ein selbstgefertigtes Schachspiel, ein Liederbuch, eine aus Draht gefertigte Nähnadel oder in der Tischlerei des Lagers heimlich hergestellte Holzkästchen. Die erstmals öffentlich gezeigten Exponate veranschaulichen zum einen die Breite und Vielfalt von Nachlässen ehemaliger Speziallagerhäftlinge in den Sammlungen der Gedenkstätte. Zum anderen spiegeln sie die unterschiedlichen Verhaftungsgründe wider, die ins sowjetische Nachkriegslager in Sachsenhausen führten, sowie den von Hunger, Entbehrungen und Untätigkeit geprägten Alltag der Häftlinge. Die Ausstellung widmet sich auch der individuellen Erinnerung und Verarbeitung der Hafterfahrungen.

Der sowjetische Geheimdienst NKWD inhaftierte im Speziallager Sachsenhausen zwischen Sommer 1945 und der Auflösung des Lagers im Frühjahr 1950 rund 60.000 Menschen, von denen 12.000 an Hunger und Krankheiten starben. Im Lager waren vorwiegend untere Funktionäre des NS-Regimes, aber auch Mitarbeiter aus Verwaltung, Polizei, Justiz und Wirtschaft sowie SS-Personal aus den Konzentrationslagern inhaftiert. Unter den Häftlingen befanden sich außerdem politisch Missliebige und willkürlich Verhaftete sowie von sowjetischen Militärtribunalen Verurteilte.