Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten Gedenkstätte und Museum Sachsenhausen

Presseinformationen

20/26: Mit zahlreichen Veranstaltungen wird an diesem Wochenende an den 81. Jahrestag der Befreiung der Häftlinge des Konzentrationslagers Sachsenhausen erinnert

16. April 2026

Nr.: 20/2026

Die Gedenkstätte Sachsenhausen erinnert zusammen mit dem Internationalen Sachsenhausen-Komitee vom 17. bis 20. April 2026 mit einem umfangreichen Programm an den 81. Jahrestag der Befreiung der Häftlinge des KZ Sachsenhausen. Dazu werden der polnische Überlebende Bogdan Bartnikowski (94) und der ukrainische Überlebende Mykola Urban (101) erwartet, die mit ihrer Teilnahme die Bedeutung der Gedenkveranstaltungen betonen. Bei der zentrale Gedenkveranstaltung am Sonntag, 19. April, um 15.30 Uhr am Gedenkort „Station Z“ werden u.a. Ministerpräsident Dietmar Woidke und der Überlebende Bogdan Bartnikowski sprechen. Schülerinnen und Schüler des Berliner Musikgymnasiums Carl Philipp Emanuel Bach und Teilnehmende des Projekts „Musik.Macht.Geschichte“ gestalten das musikalische Rahmenprogramm, wobei sie auch Wünsche von Sachsenhausen-Überlebenden berücksichtigt haben. Die abschließende Kranzniederlegung wird durch Schülerinnen und Schüler des F. F. Runge Gymnasiums aus Oranienburg unterstützt.

Die Veranstaltungen zum 81. Jahrestag der Befreiung beginnen am 17. April mit einer Gedenkveranstaltung in der Gedenkstätte Todesmarsch im Belower Wald. Dort sprechen u. a. Gordon Hoffman, Minister für Bildung, Jugend und Sport des Landes Brandenburg, Mireille Cadiou, Präsidentin der Amicale française, und Dik de Boef, Präsident des Internationalen Sachsenhausen-Komitees.

Am 18. April lädt die Gedenkstätte Sachsenhausen ab 10.00 Uhr zu öffentlichen Führungen, begleiteten Recherchen im Archiv sowie zu einem Zeitzeugengespräch mit dem Überlebenden Bogdan Bartnikowski ein. Mit 12 Jahren wurde Bogdan Bartnikowski nach dem Warschauer Aufstand ins KZ Auschwitz-Birkenau deportiert. Als das Lager geräumt wurde, brachte die SS ihn ins Sachsenhausen-Außenlager Berlin-Blankenburg, wo er Trümmer räumen musste. Nach der Befreiung kehrte er nach Polen zurück.

Um 13.30 Uhr wird die Ausstellung „Verflochtene Geschichten. Nachkommen erzählen“ in Anwesenheit der beteiligten Angehörigen von ehemaligen Häftlingen des KZ Sachsenhausen eröffnet. Die Ausstellung begleitet Angehörige auf ihrer Suche nach der eigenen Familiengeschichte und macht diesen Erinnerungsprozess sichtbar (s. Text auf Seite 8). Bei einem Gesprächscafé zum 65. Jahrestag der Eröffnung der Nationalen Mahn- und Gedenkstätte Sachsenhausen werden Gäste gemeinsam mit dem Publikum darüber sprechen, wie in der DDR an das Konzentrationslager Sachsenhausen erinnert wurde.

Am 19. April ehren die Stadt Oranienburg und die Gedenkstätte Sachsenhausen in der Orangerie am Schlosspark Projekte in Brandenburg und Berlin, die in besonderem Maße zur Stärkung von Demokratie, Toleranz und Vielfalt beitragen, mit dem Franz-Bobzien-Preis. Ab 14.00 Uhr führen einzelne Gruppen und Initiativen nach der Begrüßung durch das Internationale Sachsenhausen-Komitee und Stiftungsdirektor Axel Drecoll dezentrale Gedenkveranstaltungen an verschiedenen Orten der Gedenkstätte durch. In diesem Rahmen werden neue Gedenktafeln für die Deportierten einer Razzia am Vieux-Port in Marseille 1943 und für die griechischen Häftlinge des KZ Sachsenhausen eingeweiht. 

Am 20. April findet die Gedenkveranstaltung am KZ-Außenlager„Klinkerwerk“ statt, auf der nach Begrüßungen durch das Internationale Sachsenhausen-Komitee und Gedenkstättenleiterin Astrid Ley zudem Jan Redmann, Minister des Innern und für Kommunales und stellvertretender Ministerpräsident des Landes Brandenburg, sowie Jan Tombiński, Geschäftsträger a.i. der Republik Polen, Ansprachen halten werden.

Hintergrund
Am 22./23. April 1945 erreichten sowjetische und polnische Soldaten das unmittelbar zuvor von der SS geräumte KZ Sachsenhausen, in dem zwischen 1936 und 1945 mehr als 200.000 Menschen inhaftiert waren. Mindestens 55.000 von ihnen starben an den unmenschlichen Haftbedingungen oder wurden Opfer von Mordaktionen der SS. Die Befreier fanden im Lager rund 3.000 kranke Häftlinge vor. Mehr als 30.000 Häftlinge befanden sich zu diesem Zeitpunkt auf einem Todesmarsch weiterhin in der Gewalt der SS, die in dieser Schlussphase nochmals mit besonderer Brutalität Häftlinge ermordete. Mehr als 16.000 Häftlinge mussten sich für einige Tage unter freiem Himmel in einem provisorischen Lager im Belower Wald bei Wittstock aufhalten. Die letzten Überlebenden wurden in den ersten Maitagen befreit.

 

Information: www.gedenkstaette-sachsenhausen.de

 

Kontakt:
Dr. Horst Seferens | Referent für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit | Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten
Heinrich-Grüber-Platz | 16515 Oranienburg | T +49 3301 810920
seferens(at)stiftung-bg.de | www.stiftung-sbg.de

 

Die Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten wird durch das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg und den Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien gefördert.

Downloads

Zurück zur Übersicht