Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten Gedenkstätte und Museum Sachsenhausen

Presseinformationen

45/26 Die Gedenkstätte Sachenhausen trauert um den ehemaligen Präsidenten des Internationalen Sachsenhausen Komitees, Bernt Lund

18. August 2026

Nr.: 45/2026

Kurz vor der Vollendung seines 102. Lebensjahres ist der norwegische Überlebende des KZ Sachsenhausen und ehemalige Präsident des Internationalen Sachsenhausen Komitees, Bernt Lund, am 5. August 2026 in Oslo verstorben. Stiftungsdirektor Axel Drecoll, der am morgigen Mittwoch an der Beisetzung in Oslo teilnehmen wird, würdigte den Verstorbenen als langjährigen Freund und Förderer: „Bernt Lund war für die Gedenkstätte Sachsenhausen über viele Jahrzehnte ein wichtiger Begleiter und Ratgeber. Als Präsident des Internationalen Sachenhausen Komitees war er ein unersetzlicher Partner und wertvoller Freund. Bei seinem Engagement in der norwegischen Organisation ‚Weiße Busse‘ hat der Tausende Jugendliche durch seine Erzählungen über das KZ Sachsenhausen beeindruckt. Wir werden ihn vermissen und ihm ein ehrenvolles Andenken bewahren. Wir sind in Gedanken bei seinem Sohn Dederik und allen Angehörigen, denen unser tiefes Mitgefühl gilt.

Bernt H. Lund wurde am 14. August 1924 in Aker (heute Oslo) als Sohn eines Bauingenieurs geboren. Noch als Schüler beteiligte er sich am Widerstand gegen die deutsche Besetzung Norwegens und wurde im Mai 1942 verhaftet. Nach fast zweijähriger Haft in dem südwestlich von Oslo gelegene KZ Grini verschleppten ihn die Nationalsozialisten im März 1944 in das KZ Sachsenhausen. Nach der Befreiung studierte Lund an der Universität Stockholm Politische Wissenschaften und war danach in verschiedenen Positionen als Lehrer, Beamter, Politiker und Diplomat tätig. Von 1956 bis 1967 gehörte er dem Stadtparlament von Oslo als Abgeordneter der sozialdemokratischen Arbeitspartei an. Von 1963 bis 1967 war er Direktor der Städtischen Sozialschule in Oslo, wo er zuvor bereits als Lehrer tätig gewesen war. Von 1969 bis 1985 hatte er leitende Funktionen in der Osloer Stadtverwaltung inne, ehe er von 1985 bis 1989 verschiedene Regierungsämter übernahm, zuletzt das eines Sonderbotschafters im Außenministerium. Von 1990 bis 1992 vertrat er sein Land als erster Botschafter in Namibia.

Viele Jahre engagierte Lund sich als Zeitzeuge in der norwegischen Organisation „Hvite Busser“ (Weiße Busse), die bis heute alljährlich Gedenkstättenfahrten für tausende norwegische Jugendliche organisiert. Lund war langjähriges Mitglied im Präsidium und von 2018 bis 2021 Präsident des Internationalen Sachsenhausen Komitees. Für seine Verdienste wurde er mit vielen internationalen Auszeichnungen geehrt.

Kontakt:
Dr. Horst Seferens | Referent für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit | Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten
Heinrich-Grüber-Platz | 16515 Oranienburg | T +49 3301 810920
seferens(at)stiftung-bg.de | www.stiftung-sbg.de

 

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