Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten Gedenkstätte und Museum Sachsenhausen

Kartenspiel

Miniaturkartenspiel von Gustav Buttgereit

Bei dem Miniaturkartenspiel handelt es sich um ein im Konzentrationslager angefertigtes Skatblatt aus Pappe. Es besteht aus je acht Karten mit den in Bleistift gezeichneten Symbolen Kreuz, Pik, Herz und Karo. Sein Besitzer war der ehemalige Häftling Gustav Buttgereit.  

Gustav Buttgereit, am 1.9.1907 im ostpreußischen Oberscherninken geboren, war ein deutscher Kommunist. Seit 1931 war der gelernte Maurer Organisationsleiter in der KPD und seit 1933 illegal in Berlin-Mitte und Berlin-Prenzlauer Berg aktiv. 1936 wurde er verhaftet und wegen „Vorbereitung zum Hochverrat“ zu sechs Jahren Zuchthaus verurteilt. Nach Haftjahren im Zuchthaus Brandenburg und im Aschendorfer Moor lieferte die Gestapo ihn 1942 in das KZ Sachsenhausen ein. Er arbeitete zunächst im Baukommando, ab Weihnachten 1942 als Häftlingspfleger zunächst im Krankenrevier des Hauptlagers, ab April 1943 in der Krankenstation im Außenlager Falkensee. Buttgereit gehörte zur illegalen Widerstandsorganisation im Lager.

In der DDR arbeitete Buttgereit in verschiedenen Betrieben als Kaderleiter. Ab 1970 war er Mitarbeiter im "Komitees der Antifaschistischen Widerstandskämpfer“ und in der Nationalen Mahn- und Gedenkstätte Sachsenhausen und der Gedenkstätte Falkensee aktiv.

Gustav Buttgereit schenkte das Skatblatt seinem Freund, dem Historiker Dr. Günter Wehner. Im März 2019 übergab Wehner das Kartenspiel als Schenkung der Gedenkstätte und dem Museum Sachsenhausen.

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