Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten Gedenkstätte und Museum Sachsenhausen

Presseinformationen

26/2022: Öffentliche Zeitzeugengespräche mit Überlebenden des KZ Sachsenhausen an diesem Samstag in der Gedenkstätte Sachsenhausen

26. April 2022

Nr.: 26/2022

Im Rahmen der Veranstaltungen zum 77. Jahrestag der Befreiung der Häftlinge des KZ Sachenhausen lädt die Gedenkstätte Sachsenhausen am Samstag, 30. April 2022, um 11.00, 14.00 und um 16.00 Uhr zu drei moderierten Zeitzeugengesprächen mit den Sachsenhausen-Überlebenden Bogdan Bartnikowski, Edward Farber und Emil Farkas ein, die als Kinder und Jugendliche im KZ Sachsenhausen inhaftiert waren. Die Gespräche finden im Veranstaltungssaal in der ehemaligen Häftlingsküche statt.

Der 1932 in Warschau geborene Bogdan Bartnikowski war als Jugendlicher im KZ Sachsenhausen inhaftiert. Mit 12 Jahren wurde er während des Warschauer Aufstandes 1944 mit seiner Mutter ins KZ Auschwitz-Birkenau deportiert. Im Januar 1945 gelangte er in das KZ Sachsenhausen und musste in einem Kommando in Berlin-Blankenburg bei der Enttrümmerung Zwangsarbeit leisten. Später wurde Bartnikowski Journalist und Autor zahlreicher Bücher, darunter Romane, Erzählungen, Reportagen und Gedichte. 1969 erschien sein berühmtestes Werk, die Erzählung „Eine Kindheit hinterm Stacheldraht“, in der er seine Erfahrungen als Kind im KZ Auschwitz-Birkenau verarbeitet.

Der 1934 in Polen als Kind einer jüdischen Familie geborene Edward Farber wurde im April 1945 aus einem Arbeitslager in Königs Wusterhausen in das KZ Sachsenhausen verschleppt. Dort gelang es ihm, dem Todesmarsch zu entgehen, indem er sich im Krankenrevier versteckte, wo die SS bei der Räumung des Lagers rund 3.000 marschunfähige Häftlinge zurückließ. Am 22. April 1945 wurde er nach fünf Jahren Ghetto- und Lagerhaft befreit. Nach Kriegsende wandert er nach Israel aus.

Emil Farkas wurde 1929 in der Tschechoslowakei als Kind einer jüdischen Familie geboren. Nach der Verhaftung durch die Nationalsozialisten 1942 durchlief er verschiedene Konzentrationslager, bis er 1944 in das KZ Sachsenhausen verschleppt wurde. Dort musste er Zwangsarbeit leisten, unter anderem im berüchtigten Schuhläufer-Kommando. Emil Farkas erlebte die Befreiung im Konzentrationslager Dachau und wanderte nach Kriegsende nach Israel aus. 2021 sagte er im Prozess gegen einen mutmaßlichen ehemaligen Wachmann des KZ-Sachsenhausen, der derzeit in Brandenburg an der Havel stattfindet, als Zeuge aus.

Die Gespräche mit Edward Farber und Emil Farkas finden auf Deutsch statt. Das Gespräch mit Bogdan Bartinowksi wird auf Polnisch geführt und konsekutiv ins Deutsche übersetzt.

 

Samstag, 30. April 2022
11.00 Uhr
: Zeitzeugengespräch mit Bogdan Bartnikowski
14.00 Uhr: Zeitzeugengespräch mit Edward Farber
16.00 Uhr: Zeitzeugengespräch mit Emil Farkas

Anmeldung erbeten: pannen@gedenkstaette-sachsenhausen.de

Gedenkstätte und Museum Sachsenhausen
Straße der Nationen 22 | 16515 Oranienburg

 

Information: www.sachsenhausen-sbg.de

 

Verantwortlich:
Dr. Horst Seferens | Referent für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit | Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten
16515 Oranienburg | Heinrich-Grüber-Platz | T +49 3301 810920 | F +49 3301 810926
seferens@stiftung-bg.de | www.stiftung-sbg.de


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