Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten Gedenkstätte und Museum Sachsenhausen

Objekt im Fokus

Zigarettenschachtel mit geschnitzter Darstellung eines Häftlings hinter Gittern

Das im KZ Sachsenhausen aus Holz gefertigte Zigarettenetui mit den Maßen 9,5 x 7,5 x 1,5 cm besitzt auf dem Deckel eine geschnitzte Darstellung eines durch Mütze und Häftlingsnummer als KZ-Häftling gekennzeichneten Mannes hinter Gittern, der mit beiden Händen die Gitterstangen ergreift. Darüber befindet sich die Aufschrift "K.L. Sachsenhausen", darunter die Jahreszahl "1945". Dieses technisch aufwändige ausgeführte und kunstfertig verzierte Etui ist die Arbeit eines unbekannten Häftlings. 

Die hungernden Häftlinge kämpften im Konzentrationslager Sachsenhausen ständig ums Überleben. Teilweise bildeten sich Hilfsgemeinschaften, die einander unterstützten, oft in Konkurrenz zu Häftlingen anderer Gruppen. Trotz drohender Strafen fertigten sie Tabakdosen und andere Gegenstände an, um sie gegen Brotrationen und andere Utensilien zu tauschen oder als Dank für erhaltene Hilfe zu verschenken.

Durch die Vielzahl an Werkstätten im Lager war es einzelnen Häftlingen teilweise möglich, Arbeitsmaterialien wie Holz, Metall oder Kunststoffe sowie die benötigten Werkzeuge heimlich zur Herstellung privater Gegenstände zu verwenden.  

Dieses Exponat wird in der Dauerausstellung "Das Konzentrationslager Sachsenhausen 1936-1945. Ereignisse und Entwicklungen" in der ehemaligen Häftlingsküche gezeigt.